Neue Oberstufe

Schüler/innen-Information des BMBF.

Kurzvideo

Neue Oberstufe – was ist das?

Das Hauptziel der modularen Oberstufe ist es, die Zahl der Klassenwiederholungen wesentlich zu reduzieren. Dabei bleibt im ersten Jahrgang der Handelsakademie grundsätzlich alles beim Alten, erst ab dem 2. Jahrgang setzt das Modulsystem ein.

Das wesentlich Neue ist, dass das Schuljahr in „echte“ Semester gegliedert ist, d.h. dass es ab dem 2. Jahrgang keine Schulnachricht im bisherigen Sinn mehr gibt, die reinen Informationscharakter hat, sondern Semesterzeugnisse mit der Wirkung, dass auch jedes Nicht genügend im Semesterzeugnis ausgebessert werden muss. Deshalb ist im neuen Lehrplan der HAK der Lehrstoff bereits streng in Kompetenzmodule je Semester gegliedert (daher auch der Name „modulare Oberstufe“).

In den Schulen mit Schulversuch hat sich gezeigt, dass die Zahl der Nicht genügend auch im ersten Semester eines Schuljahres wesentlich reduziert wurde. Noch rechtzeitig vor jedem drohenden Nicht genügend wird eine Frühwarnung ausgesprochen (im November bzw. im April), die zur Folge hat, dass in Absprache mit der Direktion, dem Klassenvorstand und dem/der Lehrer/in bzw. Schüler/in eigens ausgebildete Lernbegleiter/innen in Aktion treten und maßgeschneiderte Fördermaßnahmen gesetzt werden (auch bei kleinerer Schülerzahl als derzeit).

Jedes Nicht genügend kann durch eine sog. Semesterprüfung ausgebessert werden. Mit jedem Semesterzeugnis erhält der/die Schüler/in im Falles eines Nicht genügend sowohl im Halbjahr als auch am Schuljahresende ein Beiblatt, auf dem die Kompetenzen aufscheinen, die er/sie nicht aufgewiesen hat und die zu diesem Nicht genügend geführt haben. Nur diese Bereiche des Lehrstoffs sind Gegenstand der Semesterprüfungen (derzeit wird bei Wiederholungsprüfungen der gesamte Jahresstoff geprüft).

Die Semesterprüfungen können bei Nichtbestehen zweimal wiederholt werden, d.h. es kann dreimal zu diesen Prüfungen angetreten werden. Dafür ist immer das nächste und übernächste Semester Zeit. Zwischen den Prüfungen müssen mind. 4 Wochen liegen. Auch hier werden die Schüler/innen durch  individuelle Lernbegleiter/innen betreut. Bei Wiederholung von Schulstufen gilt die jeweils bessere Beurteilung. Schafft der/die Schüler/in auch beim dritten Antritt die Prüfung nicht, dann muss dieses Nicht genügend noch kurz vor der schriftlichen Reife- und Diplomprüfung ausgebessert werden, das ist max. für 3 Nicht genügend möglich.

Schüler/innen mit 2 Nicht genügend dürfen in die nächste Schulstufe aufsteigen. Einmal in den fünf Jahren kann die Klassenkonferenz beschließen, dass ein/e Schüler/in auch mit 3 Nicht genügend in die nächsthöhere Schulstufe aufsteigen darf. Die Entscheidung darüber fällt immer nach den Wiederholungs(Semester)prüfungsterminen im Herbst, weil zu diesem Zeitpunkt noch negative Beurteilungen ausgebessert werden können, die dann bei der Entscheidung über das Aufsteigen nicht mitgerechnet werden.

Das System der modularen Oberstufe bietet zudem als Begabungsförderung die Möglichkeit, auf Antrag des/der Schüler/in Prüfungen über Pflichtgegenstände der beiden folgenden Semester abzulegen und diese damit in der Folge nicht besuchen zu müssen.